Mittmann, Wolfgang


BIOGRAPHIE:
* 26.3. 1939 in Trebnitz/Schlesien
12.2.2006 in Beiersdorf

Wolfgang Mittmann erlernte den Beruf des Lokomotivschlossers, holte später das Abitur nach und studierte dann Kriminalistik. Er arbeitet 34 Jahre lang als Kriminalpolizist  und trat 1991 als Kriminalhauptkommissar in den Ruhestand.
Aus seinen beruflichen Erfahrungen schöpfend schrieb Mittmannn eine Reihe von Kriminalromanen und Kriminalerzählungen, die unter anderem in der BLAULICHT-REIHE des Verlags DAS NEUE BERLIN erschienen. Mittmanns Arbeiten zielen auf eine realistische Darstellung der kriminalpolizeilichen Praxis in der damaligen DDR ab. Als Sammler von Kriminalliteratur baute Mittmann seine Privatbibliothek zum KRIMI ARCHIV OST aus und veröffentlichte 1991 gemeinsam mit Reinhard Hillich eine Bibliographie zur Kriminalliteratur der DDR.
In den folgenden Jahren konzentrierte sich Mittmann auf True-Crime-Berichte über die Arbeit der Volkspolizei. Über diese Arbeiten urteilte die Lausitzer Rundschau: "Akribisch und mit der Fähigkeit, eine Frage zehnmal zu stellen, ehe er sich für eine endgültige Antwort entscheidet, kann er Akten zum Sprechen bringen und Zeitzeugen selbst nach Jahrzehnten noch interessante Fakten entlocken."

Im einem Nachruf schrieb die LAUSITZER RUNDSCHAU über Wolfgang Mittmanns Werk:

Wolfgang Mittmanns Ehrgeiz bestand seit jeher darin, Ergebnisse guter Beobachtungsgabe mit exakter, fast schon penibler Recherche zu untermauern und die gewonnenen, gesicherten Erkenntnisse seinen Lesern in eindringlichem Erzählton nahezubringen. So entstand eine regelrechte Bibliothek «Große Fälle der Volkspolizei» im Verlag Das Neue Berlin, die fünf Bände umfasst. Mit ihr konterkarierte er eine 1984 veröffentlichte «Geschichte der Deutschen Volkspolizei» , die für DDR, SED, Stasi und VP Unangenehmes verfälschte, verbog oder wegließ. Er rollte die Fälle publizistisch und literarisch neu auf, brachte einst geheim gehaltene Akten zum Sprechen.
Quelle:
Klaus Wilke: Nachgeholte Öffentlichkeit Kriminalautor Wolfgang Mittmann aus Beiersdorf (Elbe-Elster) ist tot, LAUSITZER RUNDSCHAU, 14.2.2006



KRIMINALROMANE:
Reihe BLAULICHT im Verlag Das Neue Berlin, Berlin/DDR
1971 Der Tod in den Dünen, BLAULICHT 128
1973 Der Major und die Schuldigen, BLAULICHT 146
1976 Einer ist der Mörder, BLAULICHT 174
1980 Tatverdacht, Verlag Neues Leben, Berlin/DDR, Kompaß-Buch 271
1982 Das Kartenhaus, Verlag Neues Leben, DAS NEUE ABENTEUER 426
1984 Mord in der Heide, Verlag Neues Leben, Kompaß-Buch 318
1988 Großfahndung Berta Verlag Neues Leben, Kompaß-Buch 375
1988 Nach dem Mörder wird gefahndet Militärverlag, TATSACHEN 313
1998 (als Hrsgb) Rufen Sie die MUK, Das Neue Berlin, DIE 211



ANDERE BÜCHER:
1989 Gefahr am Bohrturm 160, Militärverlag, TATSACHEN 335
1991 Bibliografie der DDR-Kriminalliteratur 1949 1990 (gem mit Reinhard Hillich), Akademie-Verlag, Berlin
1995 Fahndung - Große Fälle des Volkspolizei, Das neue Berlin, OA HC
1999 Tatzeit - Große Fälle des Volkspolizei, Das neue Berlin, OA HC
1999 Tatzeit - Große Fälle des Volkspolizei 2 (Auswahlband aus „Tatzeit" mit den Fällen „Mordfall Lemke", „Brennpunkt Optik", „Mordakte H", und „Treffpunkt Sektorengrenze", Das neue Berlin, OA HC
1999 Aktion Roland - Jagd auf einen Frauenmörder, Das neue Berlin, OA HC
2001 Mordverdacht - Große Fälle der Volkspolizei, Das neue Berlin, OA



FUNK:
1978 Stumme Zeugen, Radio DDR 28 Min, EA 27.10.1978
1984 Ein Fall für uns, Berliner Rundfunk 30 Min, EA 22.7.1984
1994 (gem mit Jan Eik) Tatort Eisenbahnunterführung (Feature)
1996 (gem mit Jan Eik) Die Todesschüsse von Uckro, MDR
1997 (gem mit Jan Eik) Der Dessauer Prozeß, MDR


Sonstiges:
Seit 1964 zahlreiche Kurzgeschichten, Tatsachenberichte und literarische Portraits in Anthologien und Zeitschriften, sowie Reportagen und und Rezensionen für Zeitungen.

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update 11.7.2001
last update: 12.2.2006



H.P. Karr:
Lexikon der deutschen Krimi-Autoren - Internet-Edition
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