Lexikon der deutschen Krimi-Autoren
seit 1986 im Dienste des Verbrechens....
Wolf, Stefan


Pseudonym für: Rolf Kalmuczak

BIOGRAPHIE:
 
* 17.4.1938 in Nordhausen/Harz
+10.3.2007 in Garmisch-Partenkirchen

Stefan Wolf wuchs in Bad Sachsa auf und arbeitete nach einem Volontariat bei eine Tageszeitung als Journalist, bzw als freier Mitarbeiter für verschiedene Zeitungen und Magazine, darunter später die Quick und der Stern. Bereits während seiner Zeit als Journalist begann er, Heftromane zu schreiben, darunter für die Reihe Jerry Cotton. Sein erster Cotton-Krimi erschien 1962.

Neben zahlreichen Heftromanen und Unterhaltungstaschenbüchern - die Angaben reichen von etwa 200 bis etwa 500 Titeln im Krimi- und Jugendbuchbereich - verfasste er unter zahlreichen verschiedenenden Pseudonymen Kurzkrimis, Lovestories und andere Unterhaltungstexte für Illustrierte und Yellow-Press-Zeitschriften. Darüber hinaus schrieb Stefan Wolf auch Drehbücher für Fernsehproduktionen, unter anderem basiert die ZDF-Serie "Cliff Dexter" auf seinen Vorlagen.

Seinen größten Erfolg hatte Stefan Wolf alias Rolf Kalmuczak mit der Jugendkrimi-Reihe "TKKG", die er ab 1979 zunächst beim Verlag der Pelikan AG ("Pelikan Bücher") und später beim zum Random-House-Konzern gehörenden cbj-Verlag veröffentlichte.
TKKG (für die Vornamen der Protagonisten Tim, Karl, Klößchen und Gaby) wurde neben der Reihe Die drei ??? zu einem der größen Erfolge im Jugendbuchmarkt der 80er Jahre. Die jugendlichen Helden der im kleinstädtischen Ambiente angesiedelten Kriminalgeschichten stehen in der Tradition der "Fünf Freunde" von Enid Blyton und anderer Jugendkrimi-Serie. Die Zusammensetzung der Gruppe ist von daher archetypisch mit "Tim", dem sportlichen Jungen, "Karl", dem intelligenten Streber, "Klößchen", dem übergewichtigen und komisch angelegten Charakter, sowie "Gaby", dem Mädchen der Runde, deren Vater bei der Polizei arbeitet. Ähnlich waren auch die jugendlichen Heldenteams von Stefan Wolfs weiteren Serie wie etwa "Tom und Locke" oder "Der Puma und seine Freunde" zusammengesetzt.

Neben einem unfangreichen Erweiterung der Marke TKKG wurden die seit 1900 veröffentlichten, als Hörspielkassetten vertriebenen Hörspielbearbeitungen der TKKG-Fälle zu einem großen Erfolg. Neben den Hörspielen enstand später die 12-teilige Fernsehserie "Ein Fall für TKKG" (1985-87) für die Herbert Lichtenfeld sechs Folgen schrieb. Außerdem wurden bislang zwei TKKG-Kinofilme hergestellt.

Sowohl die Hörspielreihe als auch die Buchreine TKKG wurden nach dem Tod des Autors von anderen Autoren fortgesetzt.

Details dazu bei TKKG bei WIKIPEDIA
http://de.wikipedia.org/wiki/TKKG

Im dpa-Nachruf für Stefan Wolf hieß es:
Nach der Schule arbeitete er zunächst als Journalist. Nach Angaben des Münchner cbj Verlags, der zur Verlagsgruppe Random House gehört und seit 2004 Herausgeber der "TKKG"-Serie ist, schrieb Kalmuczak bereits im Alter von 22 Jahren seinen ersten Roman. Das war ein Jerry-Cotton-Roman. Es folgten rund 2700 Kurzkrimis - und mit dieser Zahl stand er von 1991 bis 1997 auch im Guiness-Buch der Rekorde. Kalmuczak werde seinen Weggefährten nicht nur als unglaublich produktiver Schriftsteller in Erinnerung bleiben, sondern auch als ein stets liebenswürdiger Mensch, hieß es.
Zur Idee für die "TKKG"-Serie sagte der Autor im September 2006 in einem dpa-Interview: "Als ich anfing, Ende 1979, war das die Zeit der Couch-Potatoes, die Jugendlichen hingen nur rum mit dem Walkman auf den Ohren. Da dachte ich, das kann's nicht sein. Du musst denen mal im Buch vormachen, dass das Abenteuer eigentlich an jeder Ecke zu finden ist, wenn man mit offenen Augen durchs Leben geht."
Und zur Botschaft seiner Kinderkrimi-Serie sagte er damals: "TKKG steht für alles, was dem Erhalt der Welt dient und den Menschen hilft. In erster Linie heißt das: nicht weggucken, sondern sich mit Couragiertheit einsetzen. Es gibt auch keine Ausgrenzung bei TKKG, keinen Rassismus. Meine vier Protagonisten unterscheiden zwischen Kriminellen und anständigen Menschen. Das ist der einzige Maßstab für sie. Sie kennen keine Vorurteile irgendwelcher Art."
Kalmuczak alias Stefan Wolf wurde oft "der Karl May unserer Zeit" genannt. Er möge diesen Vergleich, sagte der umtriebige Autor einmal. Er lebte mit seiner Frau Inka-Maria in einem Landhaus in Oberbayern. Die Gaby aus der "TKKG"-Bande war seiner Tochter Inka nachempfunden. Zu seinem umfangreichen Werk sagte er einmal: "Sie können mir ein Stichwort nennen, irgendwas, ich mach' eine dramatische Geschichte daraus. Ich habe nicht viele Begabungen, aber meine Fantasie funktioniert auf Knopfdruck." (dpa)

Die Krimihomepage zur TV-Serie "Cliff Dexter"
http://krimiserien.heimat.eu/c/cliff_dexter.htm

Peter Wagner: Gestatten, meine Namen sind ... Der TKKG-Autor über seine Pseudonyme, Süddeutsche Zeitung /jetzt.de 14.03.2007 - 19:00 Uhr
http://jetzt.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/370389

Stefan Wolf im Interview in GALORE Das Interview- Magazin Heft 22 - Oktober 2006,
via SPIEGEL online15.10.2006: http://www.spiegel.de/kultur/gesellschaft/0,1518,442352,00.html

Stefan Wolf / Rolf Kalmuczak bei WIKIPEDIA
http://de.wikipedia.org/wiki/Rolf_Kalmuczak




KRIMINALROMANE:




FERNSEHEN / KINO
1966 CLIFF DEXTER  (Fernsehserie ZDF, je 25 Min, 13 Folgen) (Drehbuch: Rolf Kalmuczak, Regie: Helmut Herrmann 1-4, 10, 12, Hans Georg Thiemt 5-9, 11)
01. Fahrerflucht um Mitternacht (19. Oktober 1966) - Writer (Drehbuch)
02. Gift in harten Fäusten (26. Oktober 1966) - Writer (Drehbuch)
03. Umleitung ins Verderben (2. November 1966) - Writer (Drehbuch)
04. Die herrenlose Dogge (9. November 1966) - Writer (Drehbuch)
05. Alibi für einen Zufall (23. November 1966) - Writer (Drehbuch)
06. Tiefschlag (30. November 1966) - Writer (Drehbuch)
07. Eine Flasche Whisky (7. Dezember 1966) - Writer (Drehbuch)
08. Gepäckschein aus erster Hand (14. Dezember 1966) - Writer (Drehbuch)
09. Der Gehetzte (21. Dezember 1966) - Writer (Drehbuch)
10. Der Köder (28. Dezember 1966) - Writer (Drehbuch)
11. Das Haus auf der Insel (4. Januar 1967) - Writer (Drehbuch)
12. Eine Kette aus grauen Perlen (11. Januar 1967) - Writer (Drehbuch)
13. Heiße Fracht aus Skandinavien (18. Januar 1967) - Writer (Drehbuch)
1970 "Die Journalistin" Eskapaden in Seefeld (Serienepisode, 25  min, ) (Drehbuch: Stefan Wolf, nach einer Idee von Thomas Westa, Regie: Georg Tressler) EA 20. Dezember 1970 (Staffel 1, Folge 5)

1971 "Die Journalistin" Ein Sohn für Renate (Serienepisode, 25  Min, ) (Drehbuch: Stefan Wolf, nach einer Idee von Gerald Kelsey und Dick Sharples, Regie: Georg Tressler) EA 31. Januar 1971 (Staffel 1, Folge 7)
1971 "Die Journalistin" Hansa 7 ruft Nordstrand (Serienepisode, 25  min, ) (Drehbuch: Stefan Wolf, Regie: Georg Tressler) EA 14. März 1971 (Staffel 1, Folge 9)

1985 Ein Fall für TKKG - 1 Staffel (Televersal für ARD, je 25 Min) (Drehbuch: Herbert Lichtenfeld nach Romanen von Stefan Wolf, Regie: Lutz Büscher)
1. Das leere Grab im Moor
2. Angst in der 9a
3. Die Jagd nach den Millionendieben
4. Der Schlangenmensch
5. Das Geheimnis der chinesischen Vase
6. Der blinde Hellseher

1987 Ein Fall für TKKG 2. Staffel (Televersal für ARD, Drehbuch: Stefan Wolf, Regie: Lutz Büscher)
1. Überfall im Hafen
2. Bestien in der Finternis
3. Spion auf der Flucht
4. Gangster auf der Gartenparty
5. Haie an Bord
6. Todesfracht im Jaguar

1992 Ein Fall für TKKG – Drachenauge (D, Farbe, 90 Min) (Drehbuch: Rolf Kalmuczak (Stefan Wolf) und Inka-Maria Kalmuczak, Regie: Ulrich König)


2006 TKKG - Das Geheminis um die die rätselhafte Mind Machine (D, 90 Min, Bavara, Lunaris , Constantin und BR, Farbe) (Drehbuch: Marco Petry und Burt Weinshanker unter Verwendung der Charaktere von TKKG vom Stefan Wolf, Regie: Tomy Wigand)







TKKG Romane / Hörspiele / TV / Kino bei WIKIPEDIA
http://de.wikipedia.org/wiki/TKKG


*** E N D E ***
last update. 18-3-2007
H.P. Karr:
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