Lexikon der deutschen Krimi-Autoren
seit 1986 im Dienste des Verbrechens....
Molsner, Michael
BENUTZTE PSEUDONYME: "Robert Cameron" für Western
"Bill Alamo", Sammelpseudonym, "John Drake" Sammelspseudonym

BIOGRAPHIE:
* 23. 4. 1939 in Stuttgart

Michael Molsner, Sohn eines Schriftstellers und einer Journalistin, wuchs in Allenstein (Ostpreußen), Aalen und München auf. Er studierte zwei Semester Germanistik und Anglistik in Heidelberg und begann dann als Gerichtsreporter und freier Mitarbeiter für verschiedene Zeitungen und Zeitschriften zu arbeiten. Volontariat in Aalen und anschließend Redakteur bei verschiedenen Zeitungen und Zeitschriften, unter anderem auch kurze Zeit für KRISTALL, Hamburg. Er schrieb ("wann immer ich Geld brauchte") unter dem Pseudonym "Robert Cameron" und den Sammelspeudonymen "Bill Alamo" und "John Drake" Heftromane. Er verfaßte auch ein Kinderbuch und schließlich eine Reihe von Kriminalhörspielen und Kriminalromanen, die zunächst in der rororo-thriller-Reihe erschienen, bis er sich mit dem Herausgeber Richard K. Flesch wegen des Manuskriptes zu ROTE MESSE überwarf.

Sein TATORT-Film "Tote brauchen keine Wohnung" aus dem Jahr 1974, den Wolfgang Staudte für den Bayerischen Rundfunk inszenierte, galt lange als "der verschwundene TATORT" der ARD, weil er nach der Erstsendung wegen angeblicher "Linkslastigkeit" mit einem Sperrvermerk versehen wurde, der bis ins Jahr 1992 eine Wiederausstrahlung verhinderte.

In seinen Kriminalromanen verwertet Molsner oft Erfahrungen aus seiner Tätigkeit als Reporter - ohne Anlehnung an reale Fälle, aber doch gelegentlich von ihnen inspiriert.
Molsner sieht in seinen Kriminalromanen nicht escape-Literatur, sondern eine literarische Form, in der sozialkritisches Engagement transportiert werden kann. Seine Fähigkeit, stets aktuelle gesellschaftliche Entwicklungen zu antizipieren und zu spannenden Geschichten zu formen, die auch noch Jahre nach ihrem ersten Erscheinen einen tiefenscharfen Einblick in gesellschaftliche Bewußtseinszustände ermöglichen, machten Molsner zu einer feststehenden Größe im "neuen deutschen Kriminalroman"; seine formalen und inhaltlichen Impulse haben das Genre in Deutschland entscheidend geprägt.

In den folgenden Jahren entwickelte und schrieb Molsner zwei Roman-Serien - "Die Euro-Ermittler" und "Global-Agenten", in denen er sich einerseits mit Themen der Wirtschafts- und Staatskriminalität (Euro-Ermittler) und andererseits mit aktuellen politischen Szenarien aus Europa, dem Balkan und dem Nahen Osten befaßte.
Für seine Erzählung "Ein Unfall wegen Fatima" erhielt er 1978 den Anerkennungspreis der Kelheimer Werkstatt.
Für seinen Romane EURO-ERMITTELR: DER ERMORDETE ENGEL erhielt er den DEUTSCHEN KRIMI PREIS 1987 (3. Platz), im Jahr darauf wurde er wiederum für einen Euro-Ermittler-Roman ausgezeichnet: UNTERNEHMEN COUNTER FORCE erhielt 1988 den DEUTSCHEN KRIMI PREIS (3. Platz). 1989 wurde er mit dem Zweiten Preis des DEUTSCHEN KRIMI PREIS für DIE EHRE EINER OFFIZIERSFRAU und EURO-ERMITTLER - URIANS SPUR ausgezeichnet.

1998 erhielt er als Würdigung seines Lebenswerkes den "Ehrenglauser" der Autorengruppe deutsche Kriminalliteratur DAS SYNDIKAT.

Fragen des Taschenbuch-Magazins an Michael Molsner:
Wen/Was fürchten Sie am meisten?
Deutsche Kleinbürger (auch österreichische), die sagen: Es ist meine Pflicht, ich habe schließlich die Pflicht, ich habe keine andere Wahl, als meine Pflicht zu tun.

Warum schreiben Sie Kriminalliteratur?
Ich war Kind in Allenstein, Ostpreußen. Nordöstlich von Auschwitz und südwestlich der Wolfsschanze. Mord war dort ein alltägliches Bürogeschäft. Alltag ist Thema der Literatur. Literatur muß aber auch Freude machen. Daher die verkäufliche Form: Der Krimi.

Über Michael Molsner
Ralf Koss: Spielart der Freiheit - Kurze Geschichte des neuen deutschen, in: SPIEGEL special 10/1995 Kriminalromans
http://www.spiegel.de/spiegel/spiegelspecial/d-9259296.html




KRIMINALROMANE:
EE = Serie "Die Euro-Ermittler"
GA = Serie "Die Global-Agenten"
1968 ...und dann hab ich geschossen (rororo 2136) OA (Piper 5533)
1969 Harakiri einer Führungskraft (rororo 2178) OA (Heyne 1881)
1973 Rote Messe (Fischer 1415) OA (Heyne 1892
1979 Das zweite Geständnis des Leo Koczyk (Heyne 1858) OA
1980 Tote brauchen keine Wohnung (Heyne 1908) OA (Auch TV-Film)
1981 Wie eine reissende Bestie/Ein bißchen Spaß (Heyne 1928) OA
1982 Die Schattenrose (Heyne 1957)OA (Auch Hörspiel)
1983 Ausstieg eines Dealers (Heyne 2025) OA
1984 Mit unvorstellbarer Brutalität,(Heyne 2083)OA (Auch Hörspiele) (enthält die Stories: Der weiße Kittel/Mit unvorstellbarer Brutalität, mit d. Essay "Möglichkeiten des deutschen Kriminalromans")
1985 EE: Der Castillo-Coup (Goldmann 5652) OA
1985 EE: Gefährliche Texte (Goldmann 5657) OA
1986 EE: Der ermordete Engel (Goldmann 5002) OA
1987 EE: Unternehmen Counter Force (Piper 5520) OA
1988 EE: Urians Spur (Piper 5524) OA
1989 EE: Bingo für Bonzen (Piper 5530) OA
1989 GA 1: Die Eroberung der Villa Hammerschmidt (Knaur 2087) OA
1989 GA 2: Der Schrei des toten Kämpfers (Droemer Knaur 2802) OA
1990 EE: Dame ohne Durchblick (Piper 5557) OA
1990 GA 3: Der trojanische Maulwurf (Droemer Knaur 2801)OA
1990 GA 4: Die verbrannte Quelle (Droemer Knaur 2800)OA
1991 GA 5: Die Option des Schläfers (Droemer Knaur 2803)OA
1991 GA 6: Verschollen in der Honigfalle (Droemer Knaur 2504) OA
1992 GA 7: Die Strategie des Beraters (Droemer Knaur 2505) OA
1992 GA 8: Ermittlungen gegen Zeus (Droemer Knaur  2806) OA
1997 Spot auf den Tod oder wie man sich bettet, so lügt man:ein Schlüsselroman um Walter Sedlmayr, Zebulon, OA
2004 Starker Zauber, Leda, OA
2014 Sarx - Im Namen des Vaters, Amazon Create Space
2014 Abrax - Mörder vor der Tür, Amazon Create Space

Heftromane
JOHN DRAKE, Marken-Verlag, Köln 1963 - 1976
138 Im Würgegriff der Giftgas-Gangster
154 Großalarm für Astronauten
161 Der Boß erpreßt Amerika
181  Der Tod geht durch das Niemandsland
186 Stippvisite in der Hölle
173 Die Todesuhr tickt für Millionen
301 Mädchen in der Unterwelt
239 Hochsaison für Hochverräter
252 Morgen ist das große Sterben
275 Der Mörder, der mit Dollars schoß
286 Der Teufel zahlt mit Diamanten
289 Großeinsatz der Luftpiraten
303 Wer andern einen Mörder schickt...
311 Hochsaison für Totengräber
316 Sie nahmen Maß für seinen Sarg
325 Der Tod geht in die Falle
330 Waffen für den falschen Mann
338 Die Katze läßt das Morden nicht
346 Er kam aus der Hölle
351 Lügern haben scharfe Krallen
352 Morde auf den ersten Blick

sowie die Bände 5 und 13 der holländischen "John Drake"-Ausgabe "Geheimagent John Rex" (sic)
Übersetzungen der deutschen Originalromane:
05 De dood loopt in de val (325: Der Tod geht in die Falle)
13 Leugens hebben scherpe nagels (351 Lügner haben scharfe Krallen)


ANDERE BÜCHER:
1979 Auf der Suche nach dem Südland : Captain Cooks Entdeckungsreisen, Bertelsmann
1980 Eine kleine Kraft, Steinhausen-Verlag OA HC
     1987 als Goldmann 8600 unter dem Titel "Der schwarze Faktor"
1987 DicoLove (Jugendbuch) aare-Verlag, HC OA
1988 Die Ehre einer Offiziersfrau (Roman) Pahl-Rugenstein, Köln OA
1989 Rettet den Fleck (Jugendbuch) aare-Verlag, HC OA
1991 Der entgleiste Zug (Jugenbuch) C. Bertelsmann OA HC
1991 Das Gesetz der Rache, Bertelsmann, OA
1995 Der Sohn der Zeugin , Bertelsmann OA
1996 Wege der Vorsehung,  (zeitgeschichtlicher Roman) Denkmeyer, OA HC
1996 Fabian Frey CD 3: 1. Terror in Maghreb, München : F. Schneider OA
1996 Fabian Frey CD 3: 2. Menschenhandel in Prag, München : F. Schneider
1997 Fabian Frey CD 3:  3. Hetzjagd nach Eilat, München : F. Schneider
1998 (gem mit Elke Wiartalla) Prominente im Allgäu: wer wenn nicht Goethe? ; ein KulTourführer, Köln : Zebulon-Verl.,
2001 Um alles in der Welt, Oktober-Verlag, Münster, HC OA
2011 Dich sah ich, Münster: Oktober-Verlag, OA
2014 Widerspruch Erzfeind Russland, Amazon Create Space

FUNK:(Alles Kriminalhörspiele)
1970 Gold unterm Sakko, SWF, 29 Min
1972 Ein bißchen Spaß  WDR, 49 Min (auch Story)
1972 Wie eine reissende Bestie,  WDR 59 Min  (auch Story)
1973 Der weisse Kittel, WDR 59 Min  (auch Story)
1973 Harakiri einer Führungskraft (Hörspielbearbeitung des gleichnamigen Romans: Jörg Jannings) RIAS 38 Min
1974 Das zweite Geständnis des Leo Koczyk, WDR 59 Min
1975 Mit unvorstellbarer Brutalitat, WDR 55 Min (auch Story)
1977 Etwas ganz Schlimmes, WDR 55 Min
1983 Geständnis ohne Wert, WDR 54 Min
1983 Die Schattenrose (2 Teile) BR, 50 57 Min (Auch Roman)
1985 Ausbruch eines Killers, SWF 59 Min
1986 Und dann hab ich geschossen, SWF 59 Min (Auch Roman)
1986 Ein Falle für den Profi, WDR/SWF
1989 Dr Faustus trifft Philip Marlowe in Los Angeles, SWF
1994 Straßen des Geldes, WDR 55 Min
1995 Schwarze Hochzeit, WDR 55 Min
1999 Jeder auf eigenes Risiko, SDR 45 Min


FERNSEHEN:
1974 TATORT-Tote brauchen keine Wohnung (BR, 90 Min) (Drehbuch: Michael Molsner, Regie: Wolfgang Staudte) Mit Gustl Bayrhammer

1975 TATORT-Das zweite Geständnis (BR, 90 Min) (Drehbuch: Michael Molsner, Nach "Das zweite Geständnis des Leo Koszyk", Regie: Wilm ten Haaf) Mit: Gustl Bayrhammer  EA 11.5.1975 ARD (Auch Roman, auch Hörspiel)
1977-1987 WIE WÜRDEN SIE ENTSCHEIDEN (Fernsehreihe, ZDF, Diskussion mit Einspielfilm, Ges je 45 Min)
33. Ein Streifen Grün EA 8.9.1980 ZDF
41. Namensänderung EA 15.3.1982 ZDF
42. Das Foul EA 21.6.1982 ZDF
47. Anspruch ist Anspruch EA 13.6.1983 ZDF
50. Wohnrecht für zwei EA 12.1.1984 ZDF
52. Sie lebt mit einem anderen EA 21.6.1984 ZDF
53. Ihr Wagen ist abgeschleppt EA 6.9.1984 ZDF
57. Auf gute Nachbarschaft EA 9.5.1985
61. Sitzblockade EA 16.1.1986

1985 ES MUSS NICHT IMMER MORD SEIN-Zwei Prozent von Zehn Millionen (Serienepisode, ZDF, 25 Min) (Drehbuch: Michael Molsner, Regie: Kai Borsche)
1985 Von einem der auszog (Fernserie, 6 Teile, Tellux für ZDF, je 30 Min) (Drehbuch und Regie: Eberhard Pieper, nach einer Idee und dem Roman "Disco Love" von Michael Molsner) EA 31.10.-20.11.1985 ZDF

1991 PETER STROHM-50 Millionen in kleinen Steinen (Serienepisode, 55 Min) (Drehbuch: Michael Molsner, Regie: Lutz Büscher) EA 25.3.1991 ARD

1990 GROSSTADTREVIER- Dame in Not (Serienepisode, NDR, 50 Min ) (Drehbuch: Michael Molsner, Regie: Jürgen Roland) Mit: Art Brauss, Mareike Carriere, ARD-Vorabendprogramm

1991 GROSSTADTREVIER-Sonntagsfrühstück (Serienepisode, NDR, 50 Min) (Drehbuch: Michael Molsner, Regie: Christian Görlitz)  Mit: Art Brauss, Mareike Carriere ARD-Vorabendprogramm

1991 Der Castillo-Coup (Fernsehfilm, ARD, 105 Min) (Drehbuch: Gabi Kubach und Michael Molsner, nach seinem gleichnamigen Roman, Regie: Gabi Kubach) Mit: Ulrike Kriener, Gregor Bloeb EA 6.7.91 ARD

2001 Oh du fröhliche, (Fernsehfilm, Tellux für BR, 90 MIN) (Drehbuch: Michael Molsner, Regie Peter Weißflog) EA 25.12.2001 BR3

2002 STAHLNETZ - PSI, (Serienfilm, NDR, 90 Min) (Drehbuch: Markus Stromiedel nach einer Vorlage von Michael Molsner, Regie: Markus Imboden), EA 05.05.02 ARD
 

SONSTIGES:
1970 "Hannes war kein Raubtier" (Erzählung)
1976 "Von uns aus gesehen" (Essay), In: Kursbuch 45
1976 "Ich hab alles gesehen" (Erz.) In: Martin, Hansjörg (Hrsgb): Bommi ist tot und Tim hat Geburtstag, Bertelsmann
1978 "Die Obszönität der Fakten" (Essay) In: Kürbiskern, Nr 4/78
1978 "Ein Unfall wegen Fatima", (Erzählung) in: Engelmann, Bernt (Hsrgb): VS-Vertraulich, (Goldmann 3885)
1984 "Eine Moschee für Kempten" (Essay) In: MERIAN, Heft "Allgäu"
1984 Tatort: Kriminalroman : Tutzinger Künstlergespräche / [Hrsg.: Evang. Akad. Tutzing. Red.: Tilmann Bünz]. - Tutzing : Evang. Akad., 1984
1985 "Die Trivialität der Träume" (Essay)In: Loccumer Kolloquien 5
1986 "Dem Mörder auf der Spur" (Essay) in: Klugmann, Norbert/Mathews, Peter (Hrsgb): Schwarze Beute 1 (rororo 2753)
1988 "Kräcks Kummer" (Erzählung) In:Die Krimipioniere (rororo 2850)
1988 "Dr. Faustus verpaßt Marlowe in L.A." (Essay) In: Klugmann, Norbert/Mathews, Peter:Schwarze Beute Nr 4, (rororo) (Auch Hörspiel)

Homepage von Michael Molsner
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http://www.michaelmolsner.de
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update: 1.6.2002
update: 6.2.2004
last update 22.8.2004
last update 22.11.2011
last update 22.7.2015

*** E N D E ***






 

H.P. Karr:
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